CEO des Instituts für Biostrukturanalysen AG in Luzern (IBSA)

Peter Stutz

Structogram ist ein deutschsprachiges Produkt – Volkswagen, IBM in Österreich und die Schweizer UBS-Bank verhalfen der Biostruktur-Analyse vor 40 Jahren zum Durchbruch

„Weißt Du, warum wir Structogram verwenden?“, fragte einmal ein Geschäftspartner der Credit Suisse den CEO des Instituts für Biostrukturanalysen AG (IBSA), Peter Stutz, um die Antwort sogleich selbst zu geben: „Weil es einfach funktioniert, weil es umsetzbar ist.“ Structogram, dessen Franchisegeber das IBSA in Luzern ist, wird seit 40 Jahren in Weltkonzernen wie Volkswagen und IBM aber auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen eingesetzt, um das Verstehen unter den Menschen, den Mitarbeitern, Führungskräften und Kunden, zu fördern und damit den Erfolg zu erhöhen. Structogram, sagt Stutz, sei keine Weltanschauung, verlange von den Menschen nicht, sich vor anderen seelisch zu entblößen, sondern helfe ganz offenkundig mit wenigen Fragen besser zu verstehen, warum der einzelne so ist, wie er ist. 

 

 

Structogram soll und kann nicht alles im Verhalten der Menschen erklären

 

„Das Structogram soll und kann nicht alles im Verhalten des Menschen erklären, es zeigt aber maßgebliche biologische Rahmenbedingungen für das Verhalten auf“, sagt Stutz. Sinngemäß lautet die These: Kein Mensch kann aus seiner Haut. Es gibt zum Beispiel mehr beziehungsorientierte, auf Ausgleich bedachte Menschen; es gibt die stärker dynamisch, handlungsorientierten Menschen, die vor allem im Augenblick leben, und es gibt schließlich die eher nachdenklich zurückhaltenden Menschen, die zukunftsorientiert abwägend möglichst vieles richtigmachen möchten. Geprägt werden die Individuen von Eigenschaften, die in ihrem Gehirn aus unterschiedlichen Stufen der Entwicklung des Menschen angelegt sind. Die Beziehungsorientierten werden nach der Methode die Grün-Dominanten, die Dynamischen die Rot-Dominanten und die Sachlichen die Blau-Dominanten genannt. Es gibt auch Menschen, bei denen zwei Prägungen stärker oder alle drei Prägungen gleichermaßen ausgeprägt sind. Keinen dieser Typen gibt es in Reinform. Jeder Mensch hat etwas von jeder Eigenart, aber zu unterschiedlichen Anteilen. Und selbstverständlich ist jeder Einzelne auch durch seine Erfahrungen und sein Umfeld geprägt. Zahlreiche Missverständnisse im Alltag, weiß Stutz aus Erfahrung, rührten daher, „dass wir Menschen einfach unterschiedlich sind. Wenn wir aber wissen, dass der andere anders ist, und dass er etwas nicht tut, um uns zu ärgern oder zu schaden, dann wird es leichter, mit ihm und seinem Handeln umzugehen“. 

 

Der Anthropologe Rolf W. Schirm entwickelte das Modell

 

Das Modell, das Structogram zugrunde liegt, führt Stutz auf den deutschen Anthropologen Rolf W. Schirm zurück. Er wurde 1918 in Nürnberg geboren. Im Alter von 18 Jahren nahm er in Berlin das Studium der Psychologie auf, befasste sich aber auch mit Neuro-Biologie und Anthropologie. Während des zweiten Weltkriegs, berichtet Stutz, habe Schirm seine Arbeiten fortgesetzt, die nach Kriegsende besonders in Amerika auf Interesse gestoßen seien und ihm zu einem US-Stipendium verholfen haben. Es folgten zehn Jahre wissenschaftlicher Arbeit an amerikanischen Universitäten und in der Beratung amerikanischer Firmen.

 

Schirm erkannte, welche Möglichkeiten das neue Wissen über das Gehirn bietet

 

In den 1960er Jahren hatte Schirm gemeinsam mit Dr. Robert Mager, dem Pionier der Lernzielanalyse, die wissenschaftliche Leitung der Beratergruppe „Learning Systems“ inne. Dort wurden Lösungen für ungewöhnliche Trainingsaufgaben ausgearbeitet. In diesem Zusammenhang entstand auch das Piktogramm-Konzept für die olympischen Spiele 1972 in München. Die Piktogramme „revolutionierten“ nach Einschätzung der Zeitschrift „Der Spiegel“ die Kommunikation und dienen heute als „Esperanto der Globalisierung“.

In den 1970er Jahren traf Schirm auf Paul MacLean, den damaligen Direktor des Instituts für „Brain Evolution and Behavior“ beim National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland. Hier sei der Begriff vom „drei-einigen Gehirn“ geprägt worden, sagt Stutz. MacLean schrieb über Schirm in einem Vorwort: „Als Anthropologe mit tiefen Einsichten in das menschliche Verhalten ist Rolf W. Schirm vielleicht der erste, der erkannt hat, welche Möglichkeiten das neue Wissen über das Gehirn bietet.  Menschen in allen Bereichen der Wirtschaft zu helfen, indem es ein besseres Verständnis menschlicher Beziehungen schafft und dem Leben mehr Sinn verleiht.“ 

 

Der Kunde Volkswagen half, die Methode zuverlässig zu entwickeln

 

„Mit Volkswagen fand Herr Schirm einen ersten Kunden, welcher mit viel Engagement der neuen Trainingsmethode „Structogram“ die ersten Schritte erleichtert hat“, sagt Stutz: „Hier fand er große Unterstützung, konnte mit etwa 7000 Testpersonen seine Fragen, mit denen er die Biostruktur eines Menschen ermittelt, zuverlässig entwickeln.“ 

Dann traf Schirm, der in München lebte, auf den Schweizer Dr. Victor Bataillard, Gründungsmitglied des Schweizerischen Instituts für Betriebsökonomie und ehemals Inhaber des Organisator-Verlags, Zürich. Bataillard hat nach Stutz’ Worten erkannt, dass Schirms Arbeit für mehr als ein Buch geeignet war, nämlich für ein Trainingsprogramm. Gemeinsam mit Schirm habe er das Institut für Biostruktur-Analysen AG (IBSA), Zürich, als internationaler Franchisegeber der Biostruktur-Analyse gegründet. 1977, vor 40 Jahren, kam das Buch „Signale der Persönlichkeit“ mit dem entsprechenden Trainingsprogramm auf den Markt.

 

„Es ist die Einfachheit, die die Methode alltagstauglich macht“

 

Die ersten Kunden, berichtet Stutz, der nach dem Tode Bataillards die Leitung des Instituts übernahm und dessen Sitz nach Luzern verlegte, waren Volkswagen, IBM in Österreich und die Schweizer UBS-Bank. „Es ist ein deutschsprachiges Produkt“, sagt Stutz. „Wir haben wissenschaftliche und praktische Erklärungen für sein Funktionieren. Wir können es nicht komplizieren. Es gibt Kritiker, die sagen, es sei zu einfach und könne deshalb nicht funktionieren. Aber es ist gerade diese Einfachheit, die es alltagstauglich macht“, sagt Stutz. 

 

1000 lizensierte Trainer schulen Structogram in 28 Ländern

 

In den vergangenen vierzig Jahren wurde Structogram auf 18 Sprachen in 28 Ländern hauptsächlich in Europa ausgedehnt. Weltweit, so Stutz, gebe es etwa 1000 lizensierte Trainer. Kunden seien die Swisscom, die Genossenschaftsbanken aber auch Automobilhersteller wie Volvo, Arztpraxen, Krankenhäuser und Freiwillige Feuerwehrmilizen. Eine Stärke der Methode ist für Stutz, dass Structogram „keinen Guru“ hat. Es sei keine Ersatzreligion, sondern ein probates Hilfsmittel, um Verständnis für den anderen zu gewinnen, die Kommunikation zu verbessern und den Menschen zu ermöglichen, authentisch leben und handeln zu können. „Weil unsere Methode wertfrei ist, gibt es keine „Verletzten“. Es wird nie jemand angefeindet. Wir haben immer ein entspanntes Klima. Wir loben den einen nicht als den ausgewiesenen Experten oder schimpfen ihn einen nörgelnden Haarspalter. Er ist halt ein Blau-dominanter Mensch. Und wir können dem beziehungsorientierten Kollegen, der am Ende des Meetings noch von seiner Familie erzählen möchte, entgegnen: Ich verstehe, dass Du das mit Deinem großen Grün-Anteil jetzt erzählen möchtest, aber ich möchte meinen Zug nicht verpassen.“

 

 

Kontakt

Peter Stutz, Luzern

mail@ibsa.info

 

Autor: Claus Peter Müller-von der Grün, http://www.mueller-von-der-gruen.de