Inhaberin Autengruber Consulting / Leiterin von Structogram Österreich

Ursula Autengruber

Führung - „based on genetics“ – Die Kunden berichten von mehr Miteinander im Unternehmen und Erfolg im Geschäft

„Häufig kürzen Führungskräfte den Kommunikationsprozess mit den Mitarbeitern durch Druck ab. Sie machen klare Ansagen und führen enger. Aber wird ein Mitarbeiter dadurch besser?“, fragt Mag. Ursula Autengruber. Die Antwort könne sich ein jeder, der sich in die Situation versetze selber geben, sagt die Leiterin von Structogram Österreich. Seit 27 Jahren bildet sie Trainer aus, die mit der Biostrukturanalyse Menschen dabei begleiten, ihre eigene Persönlichkeitsstruktur zu verstehen, um daraufhin auch andere Menschen besser zu verstehen. So wird die Zusammenarbeit für alle angenehmer und genau deswegen - erfolgreich. Ursula Autengruber hat sich insbesondere dem Thema „Führung“ zugewandt. Ihr Anliegen ist es, Führungskräfte bei der Bewältigung der  Herausforderungen in der heutigen Arbeitswelt zu unterstützen. 

 

 

Die Führungskraft muss die Talente erkennen und die Teams arrangieren

 

„Führungskräfte sollten die Talente ihrer Mitarbeiter erkennen, um danach die Aufgaben richtig zu verteilen und die Teams passend zusammenzustellen. Wenn die Aufgaben nicht zum Individuum passen und das Team falsch zusammengesetzt ist, kann dies im Extremfall zum Burnout führen. Der wäre aber nur die Spitze des Eisbergs. Unter dieser Spitze liegt weit mehr unerkanntes Konfliktpotential, das die Mitarbeiter belastet und mithin Leistungskraft absorbiert“, sagt Ursula Autengruber: „Viel zu wenige Führungskräfte befassen sich mit solchen Fragen. Dabei gehört die ,Sorgfaltspflicht’ zu ihren Aufgaben. Mitarbeiter, die entsprechend ihrer Fähigkeiten und Ressourcen eingesetzt werden und Freude an der Arbeit haben, tragen auch entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens bei.“

 

Nicht von sich auf andere schließen

 

Ursula Autengruber wählt ein Beispiel. Sie berichtet von einem Vorgesetzten, der Wettbewerbe liebt und sich gerne mit anderen misst. Dieser Vorgesetzte schließe nun von sich auf andere und wolle seine Mannschaft mit der Aktion „Mitarbeiter der Woche“ motivieren. Kriterium sei die Umsatzhöhe der Woche, und der „Gewinn“ sei eine Urkunde mit Foto, die dann so lange gut sichtbar für alle aufgehängt bleibe, bis ein anderer Mitarbeiter die Leistung übertreffe. „Während einige schon losstarten, kaum dass die Aktion begonnen hat, gibt es Mitarbeiter, die sich von Anfang an keine Chancen ausrechnen und resignieren. Außerdem ist es nicht für alle angenehm, die ,Ehrung’ öffentlich ausgehängt zu sehen“, berichtet Ursula Autengruber aus ihrem Erfahrungswissen: „Sie sehen, das Führungsinstrument selber ist ja nicht schlecht, aber eben nicht für alle Mitarbeiter gleich gut geeignet!“

 

Gefragt sind Selbst- und Menschenkenntnis

 

Der Schlüssel für die Führungskraft liege nun darin zu verstehen, warum sie selber von der Idee des Wettbewerbs so begeistert sei, aber ein anderer nicht, um daraufhin zu erkennen, wie die einzelnen Mitarbeiter zu motivieren seien, dass sie „wirkungsvoll“ handeln. „Dazu müssen wir unseren eigenen Standpunkt kennen und wissen, durch welche ,Brille’ wir das Geschehen um uns herum betrachten! Erst dann können wir auch anfangen, die Sichtweisen der Mitarbeiter zu verstehen. Gefragt sind hier Selbst- und Menschenkenntnis“, erläutert Ursula Autengruber.

 

Jane-Baryl Simmer: „Das Training ist eine wesentliche Hilfe im Unternehmen“

 

Das bestätigt Jane-Beryl Simmer, Geschäftsführende Gesellschafterin der SIHGA GmbH, dem größten Spezialist für Befestigungstechnik im Holzbau in Europa. „Unsere Erfahrung ist, dass das Structogram-Training eine wesentliche Hilfe und Erleichterung für alle Teilnehmer unabhängig von der Position im Unternehmen ist. Es steigert das Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit und zugleich auch das Verständnis für den Umgang mit allen Mitmenschen. Im Unternehmen bewirkt das eine Verbesserung des ,Miteinanders’ und auch mehr Erfolg bei Verkaufsverhandlungen mit unseren Kunden.“

 

Die wissenschaftliche Basis der anwendungs-orientierten Methode

 

Ursula Autengruber verweist darauf, dass es naturwissenschaftlich abgesichert sei, dass wesentliche Persönlichkeitsmerkmale des Menschen von der individuellen Arbeitsweise des Gehirns abhängen. Der amerikanische Hirnforscher Professor Dr. Paul D. MacLean habe nachgewiesen, dass das menschliche Gehirn aus drei Bereichen bestehe, die unterschiedliche Funktionen erfüllten und dennoch im "drei-einigen Gehirn" (Triune Brain) zusammenarbeiteten und sich miteinander verständigten. Dabei behalte jedes Gehirn seine ganz spezifischen Spielregeln bei. 

 

Ursula Autengruber nennt die drei Hirnregionen:  

  1. Das instinktiv-gefühlsmäßige Stammhirn
Grundmotiv: Sicherheit, Kontakt
Handlungsantrieb: Zugehörigkeit, Freundschaft, Bequemlichkeit, Gewohnheit
  2. Das impulsiv-emotionale Zwischenhirn
Grundmotiv: Überlegenheit, Autonomie
Handlungsantrieb: Macht, Wettbewerb, Anerkennung, Überlegenheit, Status
  3. Das kühl-rationale Großhirn
Grundmotiv: Erkenntnis, Vorausschau
Handlungsantrieb: Leistung, Individualität, Perfektion, Innovation, Vernunft

Jeder Mensch habe ein unterschiedliches, genetisch veranlagtes Einflussverhältnis der drei Gehirne, sagt die Master-Trainerin. Die „individuelle Biostruktur“ beschreibe die wesentlichen Persönlichkeitsmerkmale, die wiederum im Verhalten der Person ihren Ausdruck finden. Diese individuelle Struktur präge den Menschen zu jeder Zeit. Sie sei sowohl im Beruf als auch im Privatleben beobachtbar.

 

Die Individualität der Führungskraft

 

Kenne nun die Führungskraft die eigene Biostruktur, und wisse, dass in ihrem Fall das Stammhirn dominiert, dann verstehe sie auch, warum sie geregelte Abläufe schätze, sowie ein aufrichtiges Interesse an den Mitarbeitern habe. Für diesen Chef sei ein gutes Arbeitsklima unbedingt notwendig, um arbeitsfähig zu sein. Zu den Stärken dieser Führungskraft zählen zum Beispiel Fingerspitzengefühl und die Teamorientierung. Zu den Risiken zählt die Trainerin, dass dieser Chef nicht gut NEIN-sagen könne, und Konflikte um jeden Preis vermeide. Führe dieser Chef ein schwieriges Mitarbeitergespräch, formuliere er womöglich zu diplomatisch, um den Mitarbeiter nicht zu verletzen, weshalb die „wahre“ Botschaft nicht ankomme. „Mein Tipp für eine Situation, die aufgrund der Biostruktur für diese Führungskraft schwierig ist, könnte lauten: Sei hart in der Sache und respektvoll zur Person; bereite dich auf das Gespräch vor und formuliere die klare Aussage schriftlich“, sagt Ursula Autengruber.

Im Gegensatz dazu brauche eine eher ergebnisorientierte Führungskraft mit Zwischenhirn-Dominanz den Hinweis, mehr auf die andere Person einzugehen und nicht zu voreilig zu handeln. Eine eher sachorientierte, vorausschauend planende Führungskraft mit Großhirn-Dominanz sollte den Mut zur Lücke aufbringen und Entscheidungen etwas rascher fällen.

 

Der Schlüssel zum Mitarbeiter

 

„Ähnliche Unterschiede“, sagt Ursula Autengruber, „kann man auch bei den Mitarbeitern beobachten“:

  • Mitarbeiter mit Stammhirn-Dominanz liebten Routine und wollen keinen Leistungsdruck. In einer Wettbewerbssituation spielten sie eher im Mittelfeld. Sie wollen nicht im Mittelpunkt stehen, die Urkunde für den „Mitarbeiter der Woche“ wäre ihnen eher peinlich. 
  • Mitarbeiter mit Zwischenhirn-Dominanz brauchten ständige Herausforderungen. „Die sind sofort dabei beim Wettbewerb und jeder versucht zu gewinnen“, sagt Ursula Autengruber.
  • Mitarbeiter mit Großhirn-Dominanz arbeiteten am besten ohne Zeitdruck und am liebsten alleine: „Auch hier wirkt jede Art von Druck kontraproduktiv.“

Daraus ergeben sich nach den Worten der Trainerin drei wesentliche Konsequenzen für eine erfolgreiche Führungsarbeit: „Wir müssen die individuelle Persönlichkeitsstruktur unserer Mitarbeiter so nehmen, wie sie ist. Wir müssen jeden Mitarbeiter individuell führen, denn was den einen motiviert, 
prallt am anderen oftmals ab. Bei der Rekrutierung/Teambildung müssen wir darauf achten, dass der Mix stimmt und sich die Persönlichkeiten sinnvoll ergänzen.“

 

Dr. Josef Buczkowski: „Es gibt kein ,Besser’ und ,Schlechter’, sondern nur ein ,Anders’.“

 

Wer diese Hinweise missachte, bleibe als Führungskraft weit unter seinen Möglichkeiten, bemerkt Ursula Autengruber, und Dr. Josef Buczkowski, MBA, Geschäftsführer der Keplinger GmbH stimmt zu: „Mit dem im Structogram-Training erworbenen Wissen können die Mitarbeiter besser miteinander und untereinander umgehen, weil sie verstehen, dass es kein ,Besser’ oder ,Schlechter’, sondern nur ein ,Anders’ gibt. So können Missverständnisse und daraus resultierende Konflikte vermieden werden. Das Führen von Mitarbeitergesprächen wird dadurch wesentlich – und zwar für beide Seiten – erleichtert, weil man sich vorher ein Bild davonmachen kann, welcher Mensch mir gegenübersitzt und welche Informationen man wie übermitteln soll und kann.“

 

 

Kontakt

Mag. Ursula Autengruber, Wien

ursula.autengruber@structogram.at

 

Autor: Claus Peter Müller-von der Grün, http://www.mueller-von-der-gruen.de